Panamericana

Alaska zum zweiten

Alaska Railroad – heute ein Touristenzug

„What? A Ford Ranger Diesel?“ fragt der junge Mann am Serviceschalter der Ford Niederlassung in Anchorage ungläubig. Ob wir das Fahrzeug hier hätten und ob er das mal sehen könne? Es ist nicht das erste Mal, dass wir darauf angesprochen werden. In Nordamerika sind Ranger als Dieselfahrzeuge unbekannt.

Die Fordwerkstatt haben wir aufgesucht, weil wir vor kurzem festgestellt haben, dass die vorderen Reifen ungleichmäßig abgefahren sind. Das sollten wir dringend prüfen und beheben lassen. Doch hier, in der einzigen Fordwerkstatt Anchorages, sei das leider nicht möglich. Man gibt uns jedoch zwei Adressen, wo man die Spur von Trucks einstellen könne.

So kommt es, dass wir auf der Suche nach diesen Adressen eine Sightseeing Tour der anderen Art machen. Letztlich ohne Erfolg, denn entweder kann man unser Fahrzeug nicht reparieren oder man sei die nächsten drei Wochen ausgebucht!

Ein Eisbrocken stürzt ins Meer

Wir kapitulieren und fahren nach Seward, dem Ausgangsort für Bootstrips in die Gletscherwelt im Süden Alaskas. Eine sechsstündige Tour bringt uns in die Fjorde der Kenai-Halbinsel und der Höhepunkt ist die Fahrt bis dicht an den Aialik Gletscher. Donnernd brechen immer wieder Eisstücke ab und krachen ins Meer. Auf manchen der Eisschollen, die im Wasser schwimmen, räkeln sich Robben und genießen die Sonnenstrahlen.

Ein Wal!

Als später dann auch noch Wale neben dem Schiff auftauchen, ist die Tour perfekt! Immer wieder können wir die großen Tiere beobachten, wie sie auf der Suche nach Nahrung an die Wasseroberfläche kommen. Allerdings tauchen sie nicht mit hochgestellter Fluke fotogen ab, aber das tut unserer Faszination keinen Abbruch. Es ist einfach toll, Walen in ihrer natürlichen Umgebung zusehen zu dürfen.

Über den Denali Highway geht es für uns dann wieder in Richtung Kanada. Das Wetter wird zunehmend regnerisch und auch kühler. In jedem größeren Ort versuchen wir, eine Werkstatt zu finden, wo man sich vielleicht um das Problem der Spur unseres Campers kümmern könnte. Was wir dabei finden, ist nicht sonderlich Vertrauen erweckend. Schmuddelige, mit Schrott umgebene und ungepflegte Hallen sind das einzige, was wir finden. Und die Monteure sind alles andere als begeistert, wenn wir unser Anliegen vortragen.

Das kann ja heiter werden. Wir glauben nicht, dass unsere Reifen bis Vancouver durchhalten werden. Hans, der mit seinem Oman gerade in Whitehorse ist macht uns Hoffnung, man könne uns dort eventuell helfen. Sobald wir mal wieder Internetempfang haben, nehmen wir Kontakt mit der Fachwerkstatt auf, immerhin gibt es ein Kontaktfomular. Wir könnten in zwei oder drei Tagen da sein und hätten gerne einen Termin.

Doch auf eine Antwort warten wir vergeblich. Ob das wohl was wird? Mal schauen. Bis dahin wie gewohnt wieder einige Fotos:

Und nach dem Bootstrip geht es für uns weiter über den Denali Highway in Richtung Yukon. Dabei sehen wir unterwegs den Denali, den höchsten Berg Alaskas (und Nordamerikas) und auf dem Richardson Highway die Alyeska Pipeline ganz aus der Nähe. Und in jedem etwas größeren Ort versuchen wir, die Spur unseres Campers einstellen zu lassen. Wie schon geschrieben jedoch vergeblich. Hier die Fotos bis zur Ausreise aus Alaska: