Panamericana

Alaska

Nördlichster Grenzübergang in die USA

„Woher kommen Sie und wohin wollen Sie?“ fragt der US Grenzbeamte, als wir am nördlichsten Grenzübergang des nordamerikanischen Kontinents nach Alaska einreisen wollen. Ich versuche zu erklären, dass wir von Halifax aus bis hierher gefahren sind und dass wir nun die Panamericana südwärts über Mexiko bis letztlich nach Argentinien reisen möchten.

„Nach Süden? Dann ist das hier aber die falsche Richtung“ antwortet er trocken. Na ja, so ganz unrecht hat er ja nicht. Immerhin gibt es einen Caribou-Stempel im Pass als Nachweis, dass wir so weit im Norden nach USA eingereist sind. Von nun an geht es hauptsächlich in Richtung Süden.

Im Hafen von Valdez

Das erste Ziel ist Valdez, das mit seinem Ölverladehafen eine wichtige Rolle der Erdölindustrie spielt. Der Hafen bleibt eisfrei, deshalb wurde mit gigantischem Aufwand eine Pipeline über mehr als 1200 km durch den ganzen Staat verlegt. So müssen beispielsweise die Pfosten, auf denen die riesigen Röhren lagern, gekühlt werden, damit der Permafrostboden nicht auftaut und dann die gesamte Pipeline im Erdreich einsinken würde. Denn das Rohöl fließt warm durch die Anlage! Die Röhren müssen deshalb auch isoliert und darüber hinaus erdbebensicher installiert sein.

Sie arbeitet hier mit Blick auf die Wrangell Mountains

Valdez erlangte im März 1989 traurige Berühmtheit, als der mit Rohöl beladene Tanker Exxon Valdez bei der Ausfahrt vor der Küste havarierte und schätzungsweise 41 Millionen Liter seiner Fracht die gesamte Region verseuchte. Fische und Vögel starben, das empfindliche Ökosystem wurde auf Jahre vergiftet. Noch heute sind die Spuren des Unglücks nicht völlig beseitigt, man kann wohl noch an vielen Stellen rund um den Prince William Sound auf Öl stoßen, wenn man nur ein wenig im Sand gräbt. Aber das probieren wir lieber nicht. Rein oberflächlich ist von der Havarie heute nichts mehr zu sehen. 

Auf der Fahrt nach Anchorage, der größten Stadt Alaskas, passieren wir schneebedeckte Berge, Gletscher und wunderschöne Landschaften – aber auch ziemlich viele RVs ( Recreation Vehicels), wie die Wohnmobile hier genannt werden. Darunter sind sehr viele Fahrzeuge, von denen man im ersten Moment glaubt, es seien Omnibusse. Die Größe würde stimmen, aber es sind halt „nur“ Wohnmobile. Sehr viele von ihnen ziehen als „Anhänger“ einen PKW, manchmal aber auch einen SUV oder eine Yacht über die Highways.

Dagegen ist unser Kischdle ein richtiger Zwerg. Aber einer, der auffällt. Nicht selten werden wir auf unseren Camper angesprochen, so auch von Gil und Ben, die auf ihren Fahrrädern vorbei kommen und alles über unser Wohnmobil wissen wollen. So sieht nämlich ihr Traummobil aus, das sie sich in ein paar Jahren so ähnlich selbst ausbauen wollen. Und später kommen sie extra noch einmal vorbei, um uns Lachsfilets zu schenken. Die Fische haben sie selbst geangelt. Und geschmeckt haben sie übrigens wunderbar! Thanks a lot!

Im nächsten Beitrag geht es auf die Kenai Halbinsel. Bis dahin wieder ein paar Fotos:

Übrigens, Fotos von der Alaska-Pipeline zeigen wir in einem der nächsten Beiträge, weil wir sie später auf dem Richardson Highway viel besser fotografieren können…