Panamericana

Noch ’n Oman!

Omantreffen

„Ein Oman!“ rufe ich aufgeregt und sehe, dass beim entgegen kommenden Camper bereits der rechte Blinker gesetzt ist. Kurze Zeit später stehen die beiden Fahrzeuge einträchtig nebeneinander und wir Besitzer tauschen rege allerlei Wissenswertes über unsere Fahrzeuge aus.

Jeannine und Jerry aus dem Kanton Zug haben den Oman mit der Seriennummer 55 und ihn bereits 2019 kurz nach dem Kauf nach Amerika verschifft. Corona versetzte die beiden reiselustigen Schweizer bald darauf in eine Zwangspause, doch nun genießen auch sie wieder die Freiheit, durch die wunderbaren Landschaften Nordamerikas reisen zu können. Unser Kischdle ist für Sie übrigens der erste Oman, den Sie „in freier Wildbahn“ treffen!

Ebbe in Stewart

Wir kommen gerade von einer letzten Stippvisite nach Alaska. Im kanadischen Stewart gibt es nämlich die Möglichkeit, noch einmal in den südlichsten Zipfel Alaskas zu gelangen. Das amerikanische Hyder besteht zwar nur aus einer Handvoll Häusern, aber darüber hinaus lockt es mit echten Highlights.

Zum einen hat gerade die Saison für die Wanderung der Ketalachse (werden bis zu 18 kg schwer!) begonnen. Die ungewöhnlich großen Fische kommen bei Hyder zu ihren Laichgründen – und hungrige Bären versuchen, sie hier aus dem Wasser zu fischen. Allerdings sind es jedes Jahr weniger der Lachse und so warten wir vergeblich darauf, einen Bären bei seiner Jagd zu beobachten. Von der Besuchergalerie gäbe es hierzu beste Gelegenheit. Immerhin sehen wir ein paar Lachse, wie sie versuchen, die kräftigen Stromschnellen zu passieren. Glück für sie, dass gerade keine Bären da sind!

Salmon Glacier

Das andere Highlight ist der Salmon Glacier. Eine unglaubliche Rumpelpiste führt von Hyder aus ungefähr 20 km bergauf. Mietfahrzeugen ist diese Strecke meistens untersagt, so sind nur wenige andere Fahrzeuge hier unterwegs. Und weil wir erst am Nachmittag hoch fahren, sind auch die Tourbusse bereits wieder im Tal. Ein unglaubliches Panorama erwartet uns. Bei allerschönstem Bilderbuchwetter stehen wir direkt am Gletscher und haben die ganze Szenerie sogar für uns alleine!

Mit diesen überwältigenden Eindrücken verabschieden wir uns vom Norden. Über eine Alternativroute vorbei an den Lavafeldern von Nisga’a geht es für uns nach Prince Rupert, wo wir immer noch vom Wetterglück profitieren können. Denn unser Reiseführer meint, Prince Rupert sei der regereichste Ort Kanadas und trage mit durchschnittlich 17 Stunden Bewölkung pro Tag den Rekord für Schlechtwetter. Wir dagegen spazieren bei sommerlichen Temperaturen und wolkenlosem Himmel an der Harbourside und werden morgen von hier aus die Fähre nach Vancouver Island nehmen.

Davon dann mehr im nächsten Beitrag. Bis dahin wieder ein paar Fotos: