2023 Südamerika

On the road again

„Unser“ Fuchs sucht im Adventsgesteck nach Fressbarem

Leise plätschern die Wellen an den Strand, ein vorwitziger kleiner Vogel sucht neben unseren Hockern nach Bröseln und vor ein paar Minuten streifte unser Freund, der Fuchs, wieder einmal durch das Gelände auf der Suche nach Fressbarem. Das Wasser im See glitzert in der Sonne, auf den gegenüber liegenden Bergen liegt fast kein Schnee mehr. Es ist Sommer.

Wir sitzen in der Sonne und schauen dem bunten „Treiben“ zu. Unsere Gedanken schweifen noch häufig ab, denn erst vor zwei Tagen kamen wir aus der Antarktis zurück und wir denken noch häufig an die großartige Landschaft und die grandiose Tierwelt auf diesem so anderen Kontinent.

Hier, am Lago Yehuin, waren wir vor der Tour ja schon einmal und jetzt wollen wir die Eindrücke sacken lassen. Es ist kurz vor Weihnachten für uns ist die Ruhe am See der geeignete Platz für die Festtage. Ganze fünf Tage bleiben wir letztlich da, denn unsere Befürchtung, es könnte über die Feiertage voll werden, traf nicht ein.

Es war fast ein wenig ungewohnt, als wir uns nach der kleinen Schiffsreise wieder um Einkäufe, Essen oder Nachtplätze kümmern mussten. Doch der Reisealltag hat uns schnell wieder, spätestens bei der Weiterfahrt stellt sich der gewohnte Rhythmus wieder ein.

Laguna Parrillar

Auch der patagonische Wind, den wir schon fast vergessen hatten, ist bald wieder zur Stelle und macht uns das Leben schwer. Denn in einem Landstrich, der so gut wie keine Bäume kennt, ist ein windgeschützter Nachtplatz nicht so leicht zu finden. Für uns geht es nun wieder nach Norden, aber auf der Westseite des Kontinents.

Das ist nicht die Fähre

Mit der Fähre von Porvenir nach Punta Arenas verlassen wir Feuerland. Doch zuerst drehen wir noch einmal südwärts ab, denn der südlichste Festlandpunkt, den man mit dem Auto erreichen kann, lockt. Ebenso ein Abstecher zur Laguna Parrillar, einem kleinen See in einem schönen Naturpark. Hier im Süden von Punta Arenas gibt es wieder Wälder, wie wir sie auch auf Feuerland gesehen haben.

Pünktlich zum Jahresende erreichen wir das Straßenende vor dem Faro San Isidro, dem „letzten großen Leuchtturm auf dem amerikanischen Kontinent“, wie ein Schild dort kundtut. Außer uns scheint halb Chile hier den Jahreswechsel feiern zu wollen, an jeder kleinen Bucht, an jedem Strand oder im Wald haben Einheimische Zelte aufgebaut und sammeln Massen von Holz für ein zünftiges Lagerfeuer. Ob wir auch noch irgendwo ein Plätzchen finden werden?

Wo sind die Delfine?

Und plötzlich entdecken wir ein bekanntes Fahrzeug: Polux, den kleinen Camper von Emilie und Julien, die wir am Lago Yehuin auch schon einmal getroffen hatten! Und das beste ist, es gibt noch ein wenig Platz, um unser Kischdle auch dort abzustellen. Und wenn wir schon zusammen rücken, passt auch noch der Oman von Dagmar und Tom dazu – wir können das neue Jahr in einer kleinen, geselligen Runde begrüßen, denn auch Susanne und Thoralf hatten sich diese Bucht ausgesucht. Sogar ein „Feuerwerk“ gab es zu bewundern: drei rote Leuchtraketen stiegen um Mitternacht auf.

Delfine sind nicht einfach zu fotografieren!

Nahezu alle anderen Fahrzeuge verlassen die Gegend an Neujahr, nur zwei Omans bleiben zurück. Es ist sonnig und warm, nicht einmal der patagonische Wind weht. Den ganzen Tag ziehen Delfine direkt vor unserem Strand vorbei und etwas weiter draußen tauchen immer wieder Wale auf. Manchmal wissen wir gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen – ein perfekter Tag!

Am nächsten Morgen sitzen wir zu viert am Strand, es ist windstill, die Sonne scheint und auch die Delfine sind wieder da. Eigentlich könnten wir tagelang hier bleiben und schauen – doch Wasser und Vorräte gehen zur Neige, wir müssen weiter. On the road again…

Nachtrag:

Leider haben wir unsere Follower Dagmar und Tom „verloren“, weil sie wegen eines Defekts an ihrem Auto einen längeren Werkstattaufenthalt haben. Aber wir sind sicher, wir werden uns auf dieser Reise wieder treffen – irgendwo on the road again.

3 Kommentare

  • Liliane und Andy

    Beim Vogel handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Bekassine. Wir benutzen die kostenlose „Merlin“ Vogel App. Da kann man die Region runter laden. Den Vogel fotografieren, oder die Foto vom Foto und der/die Name/n wird „herausgespuckt „. Geht natürlich auch mit Google Foto Erkennung, wobei dies nur Online, die App aber auch offline funktioniert, wenn man die Datenbank der Region hinunter geladen hat.

    • Pit

      Hi ihr beiden, ihr seid ja Klasse! Volltreffer! Das sind wohl in der Tat Bekassine (noch nie zuvor gehört oder gar gesehen 🥴). Danke auch für den Tip mit der Offline-App die wir gleich installieren werden.
      Übrigens stehen wir hier gerade mit zwei sehr netten Schweizer Paaren idN vom Perito Moreno Gletscher. Vom Apero ging’s jetzt zwanglos zu Bier und Wein über. Es gibt viel zu Lachen und alles mehrsprachig: Schwitzerdeutsch, französisch und deutsch. Und auch bemerkenswert: ein Schweizer Paar war die lückenhafte Internetverbindung hier leid und hat sich kurzerhand in Chile ein Starlink-Internet-Set gekauft. Die Schweizer wissen sich zu helfen. 😀. GLG zu euch nach CH!

  • Liliane und Andy

    Ein gutes Neues Jahr, schöne Entdeckungen, gute Er-fahrungen, liebe Leute, Gesundheit, Neugier, Spass und vieles mehr wünschen wir euch. Danke für den Bericht und die schönen Fotos.
    Liebe Grüsse aus der in Eis und Bis-wind erstarrten Winterwelt sogar im Flachland der Schweiz

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