Panamericana

Vierunvierzig Grad

Vierundvierzig Grad…

Die Luft scheint zu glühen. Das Land ist ausgetrocknet, alle Grasflächen sind braun, frisches Grün sucht man vergeblich. Die wenigen vereinzelten Bäume spenden kaum Schatten und eine kühle Brise ist ebensowenig in Sicht. Unbarmherzig brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, als wir den Lake Millerton erreichen.

Ungläubig schauen wir auf das Thermometer: 44° Celsius. Wenigstens gibt es genug freie Plätze auf dem Campground, daher wählen wir einen auf einer Anhöhe, der zwischen großen Bäumen liegt. Bis in die Nacht läuft der Schweiß, denn es kühlt nicht ab und der Wind, der ab und zu ein bisschen weht, hat Backofentemperatur. Fast jeder Stellplatz hat einen Wasseranschluss – wobei das Wasser beinahe kochend heiß aus dem von der Sonne aufgeheizten Rohr läuft…

Aussicht auf den Lake Tahoe

Mit solchen Witterungsverhältnissen hatten wir nicht gerechnet. Vor wenigen Tagen waren wir noch am Lake Tahoe, einer wunderschönen Gegend. Der See hat glasklares Wasser und die Temperaturen waren äußerst angenehm, weil es tagsüber schön warm war, aber nachts auch richtig abkühlte. Doch wir mussten plötzlich Pläne schmieden, denn am kommenden Wochenende ist in den USA die Hölle los. An jedem ersten Montag im September ist der Labourday und wer es irgendwie kann, nutzt das lange Wochenende für einen Kurztrip. Viele Quartiere sind deshalb an diesem Termin schon seit Monaten ausgebucht, auch dieser schöne Campingplatz am Lake Tahoe.

Blick auf „El Capitán“ im Yosemite Park

Was also tun? Wir hielten es für besser, noch vor diesem Superwochenende den Yosemite Nationalpark zu erreichen, einen der beliebtesten Parks in den USA. Leider gab es vor kurzem in diesem Park Waldbrände, die inzwischen zwar weitgehend gelöscht waren, aber noch immer lag der Rauch als Smog über der Gegend und versteckte die meisten Sehenswürdigkeiten hinter „Nebelwänden“. Zudem war es mit 39° auch hier schon so warm, dass wir unter diesen Umständen keine größeren Wanderungen unternehmen wollten. Deshalb reichten uns auch zwei Tage für den Park rund um „El Capitan“.

Und nun finden wir uns also hier, südlich des Yosemite Parks, in dieser so lebensfeindlichen Landschaft wieder. Dabei wollten wir von hier aus über den Sequoia Nationalpark weiter nach Utah zu den dortigen großartigen Parks fahren. Doch dazu müssten wir Nevada durchqueren. Selbst wenn wir das Death Valley umfahren würden, könnten wir in nächster Zeit diesen Backofentemperaturen ziemlich sicher nicht entkommen, das zeigte ein Blick auf die Wetter-Apps. Was also tun?

Wir haben keine Lust auf Dauerhitze, deshalb ändern wir mal wieder unsere Pläne. Wir werden in Kalifornien bleiben und nehmen Kurs auf die Pazifikküste. Und wie es dort weitergeht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Bis dahin wieder die gewohnte Fotogalerie:

2 Kommentare

  • Anita Wacker

    Hallo ihr Lieben, das ist Ja unheimlich heiß bei Euch hoffentlich ist es kühler am Pazifischen Ozean. Bei uns ist nun Frühling und die Tagesemperaturen sind so bei 17 und abends gerademal unter 10 das ist recht gut wenn die Sonne scheint. Unser Winter war jedoch sehr regnerisch mit mindestens doppelter Regenmenge & viele towns waren flooded.
    Schickt uns die Hitze und wir schicken Euch unseren Regen. Das wäre hervorragend. Geht leider nicht 😒.
    Kühlen Kopf bewahren, gesund bleiben und genießen 🤗 hugs von Anita

    • Pitti24

      Hi liebste Anita u schönen Dank für den netten Kommentar aus NZ!
      Die Hitze war sehr heftig. Im Funk habe ich gehört, letzten Dienstag habe es in Sacramento 114 Grad F gehabt, das sind über 46 Grad C! Die Flussbetten sind weitgehend ausgetrocknet u die Staudämme ziemlich am unteren Limit. Alles Wasser scheint für die Swimmingpools der Küstenstädte LA etc. benötigt zu werden. Klimaschutz ist wohl ein Thema der anderen.
      Gestern Nacht hat es mit wenig Regen gottlob etwas abgekühlt.
      Liebe Grüße von M + P

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