Panamericana

Der Campbell Highway

Grizzlyfamilie

Es ist still hier. Kein Lärm von Motoren, von Maschinen oder anderen von Menschen produzierten Geräuschen. Schon seit mehr als zwei Stunden haben wir kein anderes Fahrzeug gesehen und schon eine halbe Stunde lang stehen wir am Fahrbahnrand und beobachten die Grizzlyfamilie beim fressen.

Die Bärenmama hatte schnell erkannt, dass von uns und unserem Kischdle keine Gefahr für sie droht. Und so sucht die Mutter nach den besten Futterpflanzen, während die beiden Kleinen herumtollen, spielen und hin und wieder am Grünzeug knabbern. Wir können uns kaum sattsehen, die Kamera glüht…

Den Campbell Highway, eine Alternativroute in Richtung Norden, genießen wir. Er ist so richtig nach unserem Geschmack, denn hier hat unser Reiseführer recht als er schrieb, hier sei im Gegensatz zum Alaska Highway nichts los. Dass die 580 km lange Strecke nur zum kleineren Teil asphaltiert ist, stört uns nicht, wir fahren eh nicht schnell.

Viel Wasser im Pelly River

Entlang der Route gibt es ein paar kleine kommunale Campgrounds, die immer schön gelegen sind, aber außer Plumpsklos und kostenlosem Feuerholz nicht viel bieten. Eine Feuerstelle und Picknick Tisch und -bänke gehören jedoch zu jedem Stellplatz, den man für 12 $ pro Nacht per Selbsregistrierung vor Ort buchen kann. Einer dieser Campingplätze war jedoch wegen Überflutung momentan noch gesperrt.

Es hatte wohl in letzter Zeit sehr viel geregnet, die meisten Bäche und Flüsse sind über die Ufer getreten. Auch in Ross River, wo die Einwohner gerade anfangen, die Sandbarrieren am Pelly River wieder abzubauen. Die Fähre über den Fluss ist wegen des Hochwassers auch noch außer Betrieb, so können wir die nördliche Canol Road nicht weiter erkunden. Dort sollen nämlich einige Reste von Maschinen und Fahrzeugen aus den 1940er Jahren interessante Motive für Fotografen darstellen.

Dagegen ist der südliche Abschnitt der Canol Road offen und wir befahren die ersten 15 km vom Campbell Highway aus. Hier ist noch weniger los, die Straße ist ziemlich rustikal, es geht bergauf und -ab zum malerisch gelegenen Liard Canyon. Ein lohnenswerte Abstecher!

Unterwegs auf dem Campbell Highway

Übrigens sind hier alle Straßen, die über längere Distanzen führen „Highways“ und nicht mit unseren Autobahnen zu vergleichen. Das wären dann eher „Freeways“. Und wie wir zwischenzeitlich gelernt haben, kann ein Highway auch durchaus rustikal sein. Doch in der Regel sind selbst Schotterstrecken hierzulande sehr passabel zu fahren.

Taxi bitte

Einen schönen Namen hat auch der „Silvertrail“, eine Stichstraße, die vom Klondike Highway aus als Sackgasse über Mayo bis nach Keno führt. Und als Höhepunkt wartet dort noch eine 11 km lange Offroadpiste auf den Keno Hill, auf dem wir mit toller Rundumsicht übernachten können. Ein Fuchs und mehrere Murmeltiere leisten uns Gesellschaft. Eines dieser Murmels hat uns am Morgen auch besucht, es kletterte auf den Unterfahrschutz unter unserem Motorraum. Durch Klopfen und Rufen suchte es schnell das Weite, aber als wir beim Frühstück sitzen kommt es zielstrebig zurück und klettert sofort wieder in „seine“ neue Höhle. Alles klopfen, rufen oder mit Stöcken stochern hilft nichts, der Kleine bleibt hartnäckig sitzen. Pit fährt nun auf dem Wendehammer Karussell, bremst und fährt wieder an – ohne Erfolg. Das Murmel verteidigt seinen Platz. Was tun?

Fahren wir halt mal los. Immer wieder halten wir an und versuchen, unseren „Fahrgast“ wieder loszuwerden, aber er antwortet immer nur mit gellenden Alarmpfiffen und bleibt stur sitzen. So geht es, bis wir wieder in Keno eintreffen. Auch dort weicht er nicht von seinem Platz. Wir ergeben uns und fahren erneut auf den Berg. Das Murmeltier ist noch immer da und pfeift. Daher genehmigen wir uns ein zweites Frühstück – und siehe da, danach hat es endlich „seine“ neue Höhle verlassen und wir können ohne blinden Passagier weiter fahren.

Danach waren wir auf dem Klondike Highway weiter nach Norden unterwegs. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag, bis dahin gibt es die gewohnten Fotos:

P.S. Wir sind mit unseren Beiträgen etwas „im Verzug“. Das liegt daran, dass wir sehr oft keinen Internetzugang haben – und wenn dann doch, dann ist er unfassbar langsam. Also bitte ein wenig Geduld, wir arbeiten an den nächsten Aktualisierungen…

2 Kommentare

  • Altmann Michael

    Wie immer sehr schön etwas von euch zu lesen. Und es freut uns wenn wir sehen das es euch gut geht. Macht bitte einfach so weiter. Viele Grüße auch an Pit.
    Bis bald Micha & Kerstin.

    • admin

      Vielen Dank für euren Kommentar, wir freuen uns immer über Rückmeldungen! Geht eure Reise auch bald los? Dann hoffen wir auf Updates eurer Seiten.
      Bis dahin viele Grüße aus Alaska
      Mary und Pit